Der Circular Innovation Award Austria (CIAA) zeichnet herausragende Beiträge zur Kreislaufwirtschaft in Österreich aus. Aus den zahlreichen Einreichungen 2026 hat die Jury in fünf Kategorien sowie zwei Sonderpreisen eine Shortlist nominiert — Unternehmen und Projekte, die mit ihren Innovationen zeigen, wie zirkuläres Wirtschaften in der Praxis gelingt. Die Gewinner:innen werden im Rahmen der Preisverleihung am 28. Oktober 2026 bekannt gegeben.
KATEGORIE 1
Circular Industry Innovation (at scale)
Industrielle Kreislauflösungen mit Wirkung im großen Maßstab.
- Borouge International (Borealis GmbH) — Treibt die Skalierung des Ecoplast-Recyclingverfahrens voran und führt Post-Consumer-Kunststoffe als hochwertige, industriell einsetzbare Rezyklate zurück in den Kreislauf.
- Mondi — Entwickelt recyclingfähige Verpackungsmaterialien, die bisher schwer oder nicht recycelbare Materialverbunde ersetzen — produziert im großindustriellen Maßstab.
- Vetropack Austria — Rezon ist die weltweit erste 0,33-l-Mehrweg-Glasflasche mit gehärteter Leichtbauweise: weniger Gewicht, mehr Umlauffestigkeit, mehr Wiederbefüllungszyklen.
- AT&S (Austria Technologie & Systemtechnik AG) — Gewinnt mit dem patentierten Verfahren
- ELARIS Kupfer aus der Leiterplattenproduktion zurück und schließt damit einen bislang linearen Materialstrom der Elektronikfertigung.
- Prinzhorn Gruppe — Verbindet Altpapiersammlung, Recyclingpapierproduktion und Verpackungsherstellung zu einem geschlossenen Kreislauf — 2025 rund 2,7 Mio. Tonnen Containerboard und 2,8 Mrd. m² Verpackungen, 10.455 Mitarbeitende in 16 Ländern.
KATEGORIE 2
Circular Business Model Innovation
Neue Geschäftsmodelle, die Zirkularität zum Kernprinzip machen.
- Joulzen — Verwandelt stillgelegte Öltanks in große thermische Speicher, kombiniert mit Wärmepumpen und smarter Steuerung — fünf Pilotanlagen bündeln sich zu einem virtuellen Kraftwerk für Flexibilitätsmärkte.
- Molto Luce GmbH — Bringt Beleuchtungssysteme durch skalierbares On- und Off-Site-Refurbishment zurück in Betrieb — rund 400 aufgearbeitete Leuchten sparen je 301 kg CO2e.
- REPLOID — Industrialisiert die Zucht der Schwarzen Soldatenfliege und verwandelt regionale organische Reststoffe in Insektenprotein, -fett und Dünger — mit raschem Umsatzwachstum von 0,7 auf prognostizierte 38 Mio. Euro.
- Concular Österreich GmbH — Vernetzt Angebot und Nachfrage für die Wiederverwendung von Baumaterialien digital und physisch — ein Pilotprojekt in Salzburg zeigt rund 340 Tonnen CO2-Einsparpotenzial.
- refurbed — Europas Marktplatz für wiederaufbereitete Elektronik ist in 24 Ländern mit über 400 Refurbisher-Partnern aktiv und hat seit der Gründung 474.000 Tonnen CO2 eingespart.
KATEGORIE 3
Technological Circularity Breakthrough
Technologische Durchbrüche für geschlossene Materialkreisläufe.
- Greiner (Packaging) — K3® r100 trennt sich im Sortierprozess automatisch in Karton und Kunststoff — RecyClass-A-zertifiziert, 54 % weniger Kunststoff, rund 30 % geringere CO2e-Last als ein Standardbecher.
- LivinFarms — Mit den modularen Hive-PRO-Anlagen zur Zucht der Schwarzen Soldatenfliege verarbeiten Kundenstandorte in fünf Ländern bis zu 100.000 Tonnen organische Reststoffe pro Jahr.
- Binder+Co AG — Eine KI-gestützte optische Sortiermaschine trennt Bau- und Abbruchabfälle mit bis zu 99,2 % Präzision — im Einsatz im EU-Pilotprojekt „CDW Circle“ in Brescia.
- Brantner Green Solutions — Die GLASY-Technologie gewinnt Glas aus Verbrennungsschlacke zurück — industriereif im Einsatz in Hohenruppersdorf.
- Trastic — Fertigt Plattenmaterial aus 100 % recyceltem Kunststoff im patentierten Pressverfahren— rund 90 % weniger CO2 als Neumaterial, im Einsatz u. a. bei a&o Hotels und Nike-Stores.
KATEGORIE 4
Circular Startup of the Year
Die vielversprechendsten zirkulären Jungunternehmen Österreichs.
- Neworn — Verbindet den Ankauf von Marken-B-Ware mit einem C2C-Marktplatz zu einer zirkulären Plattform für Kindermode — mit über zwölf exklusiven Markenpartnerschaften.
- SUPASO (MUCH) — Ein modularer Upcycling-Hub, der aus Reststoffen unter anderem Zellulosedämmstoffe herstellt.
- byeagain — Bringt mit KI-gestütztem Refurbishment-as-a-Service auch nicht standardisierte Retouren zurück in den Handel — betrieben aus einem Lager in Graz.
KATEGORIE 5
Circular Collaboration Award
Kooperationen, die Kreisläufe über Unternehmensgrenzen hinweg schließen.
- ARA (Altstoff Recycling Austria AG) — „Fünf Partner, ein Kreislauf“: ARA, OMV, Borouge International, Greiner Packaging und ORF bringen zum Eurovision Song Contest 2026 100.000 Mehrwegbecher mit 97 % Rezyklatanteil in Umlauf.
- ÖBB (ÖBB-Personenverkehr AG) — Die „Uniform-Recycling Pioniere“ bündeln mit Österreichischer Post, Wiener Linien, Austrian Airlines, City Airport Train und Salesianer Miettex erstmals ausgediente Berufsbekleidung zu einem wirtschaftlich relevanten Mengenpool für Textilrecycling.
- GzG Gipsrecycling GmbH — Österreichs erste Gips-zu-Gips-Recyclinganlage — ein Joint Venture von PORR, Saint-Gobain Austria und Saubermacher, das bis zu 60.000 Tonnen Gipsabfall pro Jahr verarbeitet.
- RPB – Recycling Plattform Bau (eingereicht durch BRV) — Vermittelt digital Angebot und Nachfrage mineralischer Bau- und Abbruchmaterialien — ein Pilotfall mit PORR sparte rund 75 % der Kosten bei 7.000 m³ vermitteltem Material.
- BauKarussell e.Gen. — „Social Urban Mining“ verbindet Rückbau vor dem Abriss mit sozialwirtschaftlicher Qualifizierung — getragen von einer Genossenschaft mit 19 Mitgliedern, darunter Caritas, Volkshilfe und die TU Wien.
Circular Innovation Award Austria 2026 ist eine Initiative des Circular Economy Forum Austria, Schiefer Rechtsanwälten und Raiffeisen-Landesbank Steiermark unter der Patronanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
Die Gewinner:innen werden im Rahmen der Preisverleihung am 28. Oktober 2026 bekannt gegeben.